Entsiegelung und Renaturierung in Ballenstedt ANK-Projekt des Monats 05/2026: Vom Schandfleck zur CO₂-Senke: Der Garagenkomplex „Kaufberg / Hirschteich“ in der Stadt Ballenstedt
Zuwendungsempfangende:
Stadt Ballenstedt
Projektträger:
KfW
Förderprogramm:
Natürlicher Klimaschutz in Kommunen (NKK) im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Maßnahmen:
- Entrümpelung und Abriss der alten Garagen
- Entsiegelung der gesamten asphaltieren bzw, betonierten 2.000 qm großen Flächen
- Renaturierung
- Baum-und Strauchpflanzung
Handlungsfelder:
Natürlicher Klimaschutz auf Siedlungs- und Verkehrsflächen
Laufzeit
06.06.2025 bis 07.06.2027
Verortung
Sachsen-Anhalt
Fördervolumen
81.976,72 €
Copyright: Steffen Reuß/Stadt Ballenstedt
Wie eine versiegelte Fläche neues Leben erhält
Was einst eine stark belastete und vollständig versiegelte Fläche war, ist heute ein Beispiel für gelungene Umweltaufwertung: Auf rund 2.000 Quadratmetern wurde ein ehemaliges Areal aus Asphalt, Beton und asbestbelasteten Altlasten umfassend saniert und in eine begrünte Fläche verwandelt.
Über Jahre hinweg war das Gelände durch Garagen aus DDR-Zeiten geprägt, die zunehmend verfielen und immer wieder zweckentfremdet wurden. Nicht selten diente das Areal als illegale Müllkippe. Gleichzeitig begann sich die Natur die versiegelten Flächen stellenweise bereits zurückzuerobern – ein Prozess, der nun gezielt unterstützt und weitergeführt wurde.
Projektziele und Maßnahmen
Im Mittelpunkt des Projekts stand die sogenannte Entsiegelung: Asphalt- und Betondecken wurden entfernt, belastete Materialien fachgerecht entsorgt und die natürlichen Bodenverhältnisse soweit wie möglich wiederhergestellt. Besonders die Beseitigung von Müll und Schadstoffen stellte eine große Herausforderung dar, die sorgfältige Planung und Umsetzung erforderte.
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wurde die Fläche neu bepflanzt. Wichtig war der Stadt Ballenstedt hierbei, einheimische, regionaltypische Baum- und Straucharten zu verwenden, die sich nahtlos in die Umgebung einfügen. Insgesamt wurden 46 Bäume und 15 Sträucher gepflanzt: Vom Feldahorn über Weißbuche bis hin zu Sommer- und Winterlinde.
Dadurch entstand nicht nur ein ökologisch wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern auch eine funktionale CO₂-Senke, die aktiv zum Klimaschutz beiträgt.
Allerdings reicht es nicht, die Flächen einmalig zu renaturieren. Sie müssen kontinuierlich betreut und gepflegt werden. Aus diesem Grund wurde sofort nach Abschluss der Maßnahme ein 5-jähriger Vertrag zur Anwuchs- und Erhaltungspflege mit einem regionalen Grünpflegespezialisten abgeschlossen.
Das Ergebnis
Projekte dieser Art gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie gleich mehrere Ziele vereinen: Umweltentlastung, Förderung der Biodiversität und Verbesserung des lokalen Mikroklimas. Besonders erfreulich ist aber auch die positive Resonanz der Bevölkerung. Viele Ballenstedter loben die erhebliche natürliche Aufwertung des gesamten Areals und unterbreiten Vorschläge zur weiteren Gestaltung. So wird künftig in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Unternehmer eine Bank aufgestellt, um hier einen gemütlichen Ort zum Verweilen zu schaffen.
Das Vorhaben zeigt eindrucksvoll, wie aus einem vernachlässigten und belasteten Ort ein nachhaltiger Raum mit Zukunft entstehen kann – ein Gewinn für Umwelt und Gemeinschaft gleichermaßen.