Naturschutz mit Tiefgang – Spandauer Moor wird renaturiert ANK-Projekt des Monats 06/2026: Errichtung einer Dükerleitung von der Havel in die Gewässerkörper des Flächennaturdenkmals Immenweide/Glühwürmchengrund zur Renaturierung des Moorkörpers
Zuwendungsempfangende:
Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Spandau von Berlin
Projektträger:
Zukunft - Umwelt - Gesellschaft (ZUG) gGmbh
Förderprogramm:
Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Kommunen (ANK-LK), Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz
Maßnahmen:
- Errichtung einer unterirdischen Leitung (Dükerleitung) zur gezielten Stützung des Wasserhaushalts der Niedermoore mit Wasser aus der Oberhavel
- Installation neuer Infotafeln und Informationsmaterialien zur Aufklärung der Öffentlichkeit
Einbindung des NABU für Pflegemaßnahmen und Bürgerbeteiligung
Handlungsfelder:
- Schutz intakter Moore und Wiedervernässungen
Laufzeit
01.01.2025 bis 31.12.2029
Verortung
Berlin-Spandau
Fördervolumen
1.312.057,00 €
Copyright: Umwelt- und Naturschutzamt Spandau
Moore übernehmen wichtige Funktionen für Biodiversität, Wasserhaushalt und natürlichen Klimaschutz. Sie speichern Wasser, wirken kühlend und binden langfristig Kohlenstoff. Gleichzeitig bieten sie spezialisierten Tier- und Pflanzenarten wertvolle Lebensräume. Gerade in Städten gewinnen sie aufgrund zunehmender Hitze, Trockenheit und veränderter Niederschlagsmuster an Bedeutung.
Das Flächennaturdenkmal Immenweide/Glühwürmchengrund in Berlin-Spandau ist ein seltenes innerstädtisches Niedermoor. Sinkende Wasserstände und wiederkehrende Dürren führen jedoch dazu, dass der Moorkörper regelmäßig trockenfällt. Dadurch werden wertvolle Lebensräume geschädigt, Torfböden zersetzen sich und wichtige Funktionen für Klimaschutz und Klimaanpassung gehen verloren.
Mit dem Projekt „Naturschutz mit Tiefgang – Spandauer Moor wird renaturiert“ wird der Wasserhaushalt des Gebietes durch ein ingenieurtechnisches Bauwerk langfristig stabilisiert.
Projektziele
Ziel des Projekts ist die dauerhafte Stabilisierung des Wasserhaushalts, um weitere Austrocknungsprozesse und die Degradierung des Torfkörpers zu verhindern. Dadurch sollen die charakteristischen Standortbedingungen des Moores langfristig erhalten bleiben.
Darüber hinaus dient das Vorhaben dem Schutz der biologischen Vielfalt und dem natürlichen Klimaschutz. Das Gebiet soll als Lebensraum für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten gesichert sowie die Freisetzung von CO2 aus trocken gefallenen Moorböden reduziert werden. Gleichzeitig leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Klimaanpassung in der Stadt, indem Wasser zurückgehalten, Hitzeperioden abgemildert und die Naherholungsqualität im Umfeld verbessert werden.
Ein weiteres Ziel ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedeutung von innerstädtischen Feuchtlebensräumen, Wasserhaushalt und natürlichen Klimaschutz.
Maßnahmen
Kern der Maßnahme ist der Bau einer unterirdischen Dükerleitung zwischen Havel und den Moorflächen. Bei ausreichend hohem Wasserstand der Havel wird eine geringe Menge Wasser nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren in das Gebiet eingeleitet. Das System funktioniert ohne Pumpen und ist dadurch besonders energieeffizient und wartungsarm.
Begleitend erfolgen ein Monitoring der Wasserstände sowie Neupflanzungen standorttypischer Pflanzen zur Stärkung der typischen Vegetationsstrukturen. Ergänzend informieren Öffentlichkeitsarbeit und neue Informationstafeln über Moorschutz und Klimaanpassung.
Ergebnisse und Highlights
Mit dem Projekt wird eines der Moore Berlins langfristig gesichert. Die Wiedervernässung schützt Torfböden vor weiterer Degradierung, erhält Kohlenstoffspeicher und verbessert die Lebensraumqualität für moortypische Flora und Fauna.
Ein besonderes Highlight ist die innovative und ressourcenschonende Wasserzufuhr ohne Pumpentechnik. Das Projekt verbindet Naturschutz, technische Umsetzbarkeit und Klimaanpassung und schafft zugleich positive Effekte für das lokale Mikroklima: Kühlung an heißen Tagen, Wasserrückhalt bei Starkregen sowie eine attraktive naturnahe Erholungsfläche für die Bevölkerung.