Zum Hauptinhalt springen

ANK-Projekt des Monats

Tonaufnahmegerät im Wald

SeaStore II ANK-Projekt des Monats 06/2025: Schutz und die Wiederansiedlung von Seegraswiesen in der südlichen Ostsee

Zuwendungsempfangende:

Leibniz Universität Hannover / GEOMAR / Universität Greifswald / Technische Universität Berlin / Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde / Christian-Albrechts-Universität zu Kiel / EUCC – Die Küsten Union Deutschland e.V.

Projektträger: 

Projektträger Jülich PtJ

Förderung: 

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK): Meere und Küsten

Maßnahmen: 

Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungswerkzeugs, Methodenerprobung zur Seegraswiederansiedlung, Netzwerkaufbau

Handlungsfelder:

Datenerhebung, Datenauswertung, Methodenentwicklung, Monitoring, Modellierung, Wissensvermittlung, Berichterstattung

Laufzeit

laufend

01.07.2024 bis 30.06.2027

Verortung

Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen

Fördervolumen

3.304.518,00 €

Kurzbeschreibung des Projekts

Seegraswiesen fördern Biodiversität und bieten wichtige Ökosystemleistungen (ÖSL) wie Kohlenstoffbindung und Sedimentstabilisierung. Letzteres ist für den Küstenschutz von großer Bedeutung. Aus diesem Grund besteht ein großes Interesse an der Wiederansiedlung ehemals verlorengegangener Seegrasbestände in der deutschen Ostsee.

SeaStore II schafft hierfür die wissenschaftliche Grundlage und entwickelt ein Entscheidungswerkzeug, das Entscheidungsträger dazu befähigt, die aktive Wiederherstellung dieser wichtigen Lebensräume und ihrer ÖSL für künftige Generationen zu realisieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Treibhausgasbilanz der Seegraswiesen, ihrer CO2-Speicherung und somit ihrem resultierenden Beitrag zum natürlichen Klimaschutz.

Projektziele

Ziel ist es, Behörden und lokale Akteur*innen in die Lage zu versetzen, großskalige Seegras-Wiederansiedlungsmaßnahmen zu planen, zu bewerten und erfolgreich umzusetzen. Es wird ein Entscheidungsunterstützungswerkzeug (engl. Decision Support Tool, DST) weiterentwickelt, das die aktive Wiederherstellung von Seegraswiesen unterstützt. Zentrale Elemente dieses Werkzeugs sind (1) die Flächenauswahl, (2) die methodische Umsetzung der Wiederansiedlung, (3) die Herkunft des benötigten Pflanzenmaterials, (4) Methoden für ein langfristiges Monitoring der Flächen, (5) die Abschätzung der Auswirkung auf ÖSL wie die CO2-Reduzierung, Spurengasbilanz und den Schutz der biologischen Vielfalt sowie (6) Management der Flächen zur Sicherung ihres Erhalts.

Maßnahmen

Es werden Modellansätze zur Flächenauswahl getestet und verschiedene Wiederansiedlungsmethoden weiterentwickelt. Dies beinhaltet Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung (Citizen Science), Aussaat-basierte Methoden, Anwuchshilfen für Standorte mit seegangsbedingt sehr kleinen Wiederansiedlungs-Zeitfenstern und mechanische Verfahren.

Darüber hinaus werden wiederangesiedelte Seegrasflächen und natürliche Bestände beprobt, um den Wiederansiedlungserfolg und seine Einflussfaktoren quantitativ zu bewerten und die Klimawirksamkeit in Abhängigkeit von der Standortwahl und dem Entwicklungszustand der wiederangesiedelten Flächen zu erfassen. Parallel dazu werden Konzepte zur Dokumentation und robuste Überwachungsprotokolle erstellt und getestet, um die Auswirkung von Wiederansiedlungsaktivitäten auf die Biodiversität und ÖSL von Seegraswiesen langfristig erfassen zu können.

Ergebnisse und Highlights

Seegras wird an drei Standorten (zwei in Mecklenburg-Vorpommern und eines in Schleswig-Holstein) wiederangesiedelt. Dabei wird eine breite Spanne von Umweltparametern abgedeckt, um die Grenzen der verschiedenen Methoden auszuloten. Zudem wird ein Seegrasnetzwerk aufgebaut: Akteur*innen werden miteinander vernetzt, um potentielle Nutzungskonflikte frühzeitig aufzudecken und ihnen entgegenzuwirken, sowie Akzeptanz und Verständnis für Seegraswiesenansiedlung sowie deren Monitoring und Management zu stärken. Das Netzwerk wird zudem genutzt, um die Implementierung des DST effektiv auf die Bedürfnisse der Nutzenden abzustimmen.

Meldungen

  • Seegras am Meeresboden
    04.06.2025

    Gemeinsam für gesunde Seegraswiesen in der Ostsee! Das Projekt „Seastore II“ setzt seit seinem Start im Jahr 2024 auf innovative und vor allem…

  • Nordseeküste
    15.05.2025

    ANK-Fachtagung in Hamburg: Vom 12.–14. Mai tauschten sich rund 100 Meeresexpert*innen über die Rolle von Nord- und Ostsee beim Klimaschutz aus – mit…