3 Fragen an … Sarah Kleine
Copyright: Sarah Kleine / BfN
Sarah Kleine leitet seit November 2025 die Stabsstelle Förderkoordination (Föko) im Bundesamt für Naturschutz (BfN). Im Interview erläutert sie die Aufgaben des BfN als ANK-Regiestelle – von der Koordination über das Datenmanagement bis hin zum Monitoring.
Die Geografin Sarah Kleine war vor ihrer BfN-Tätigkeit über 23 Jahre in den Bereichen Umwelt- und Agrarstatistik sowie in der Internen Beratung des Statistischen Bundesamtes tätig.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) übernimmt als ANK-Regiestelle eine zentrale koordinierende Rolle innerhalb des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK). Was bedeutet diese Funktion konkret – und welche weiteren Förderprogramme koordiniert das BfN über das ANK hinaus?
In seiner Funktion als Regiestelle unterstützt das BfN das Bundesumweltministerium bei der Umsetzung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz. Dazu gehören insbesondere das Monitoring der Förderaktivitäten sowie die zentrale Datenhaltung innerhalb des Programms. Darüber hinaus unterstützt und koordiniert das BfN im zweijährigen Turnus die Evaluierung der ANK-Fördermaßnahmen im Rahmen des ANK-Gutachtens. Ziel ist es, Fortschritte und Wirkungen des Programms systematisch auszuwerten und weiterzuentwickeln.
Neben den ANK-Aufgaben koordiniert das BfN im Rahmen des Bundesnaturschutzfonds zudem mehrere bedeutende Förderprogramme. Dazu zählen das Bundesprogramm Biologische Vielfalt, die Naturschutzgroßprojekte, das Auenprogramm im Bundesprogramm Blaues Band Deutschland sowie die Projektförderung im Bereich Entwicklung und Erprobung. Ergänzend verantwortet das BfN die Verbändeförderung.
Charakteristisch für die Arbeit des BfN ist dabei die enge Kommunikation und Koordination mit den zahlreichen Akteur*innen in den Förderprogrammen – von Ländern und Kommunen über Verbände und wissenschaftliche Einrichtungen.
Das BfN ist im Rahmen des ANK auch für Monitoring und Evaluierung zuständig. Wie messen Sie konkret den Erfolg der geförderten Maßnahmen – insbesondere im Hinblick auf Klimawirkung, Biodiversität und langfristige Wirksamkeit der Projekte?
Für das BfN steht eine transparente und wissenschaftlich fundierte Erfolgsmessung im Zentrum der ANK-Förderung. Um die Wirksamkeit der Maßnahmen konkret und langfristig bewerten zu können, verfolgt das BfN einen ziel- und wirkungsorientierten Ansatz.
Bereits bei der Konzeption der Fördermaßnahmen werden konkrete und ambitionierte Ziele definiert. Grundlage für die Erfolgsmessung ist ein umfassendes Indikatorensystem, das für das gesamte ANK entwickelt wurde. Dieses kombiniert quantitative Daten, die direkt aus den Projekten erhoben werden, mit qualitativen Bewertungsansätzen. Die Bewertung erfolgt ganzheitlich und berücksichtigt sowohl ökologische als auch sozioökonomische Aspekte. Im Fokus stehen insbesondere:
- die Erreichung der Klimaschutzziele im Landnutzungssektor, unter anderem auf Basis von Berechnungen zur Treibhausgas-Minderung durch das Johann Heinrich von Thünen-Institut,
- die Stärkung der Resilienz von Ökosystemen,
- der Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt als zentrale Synergie des Natürlichen Klimaschutzes,
- sowie gesellschaftliche Mehrwerte, etwa die Steigerung von Akzeptanz, Wissen und Bewusstsein für Natürlichen Klimaschutz.
Da sich die Anforderungen und Zielsetzungen je nach Ökosystem deutlich unterscheiden, erfolgt die Erfolgsmessung anhand ökosystemspezifischer Indikatoren. Diese werden jeweils an die Förderprogramme und die konkreten Maßnahmen angepasst. Ergänzend werden die Ergebnisse regelmäßig im Rahmen der Evaluierungen und Gutachten zum ANK zusammengeführt und ausgewertet. Ein wichtiger Meilenstein ist hierbei das geplante ANK-Gutachten 2025.
Im ANK wirken zahlreiche Akteure zusammen – vom Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz über die ANK-Regionalbüros bis hin zu diversen Projektträgern. Welche jeweiligen Rollen übernehmen diese Akteure im Programm?
Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz ist bewusst als breit aufgestelltes Gemeinschaftsprogramm angelegt und wird von einer Vielzahl unterschiedlicher Akteur*innen getragen. Die einzelnen Förderprogramme werden überwiegend durch Projektträger und Förderbanken umgesetzt. Diese begleiten die Förderverfahren operativ und berichten regelmäßig an das BfN über den Stand der Umsetzung sowie über fachliche und finanzielle Entwicklungen der Vorhaben.
Das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK) übernimmt im Auftrag des BfN die bundesweite Beratung zum Thema Natürlicher Klimaschutz und fungiert als zentrale Anlaufstelle in Deutschland. Darüber hinaus organisiert das KNK Fach- und Informationsveranstaltungen, unterstützt den Wissenstransfer und fördert die Vernetzung der Akteur*innen in den Regionen und vor Ort.
Mit den ANK-Regionalbüros geht das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gezielt „in die Fläche“. Die Regionalbüros fungieren als Anlaufstellen der Länder für den Natürlichen Klimaschutz und sind direkte Ansprechpartner für Kommunen, Verbände, Landnutzer*innen sowie weitere regionale Akteur*innen. Sie unterstützen dabei, Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes vor Ort anzustoßen, Akteur*innen miteinander zu vernetzen und konkrete Projekte in die Umsetzung zu bringen.