200 Mio. Euro/Jahr für den klimaangepassten Waldumbau
Klimaresilienz und Klimaschutz durch intakte Wälder: Die Fördermittel für das „Klimaangepasste Waldmanagement“ (KWM) werden ab Januar 2027 auf 200 Millionen EUR jährlich aufgestockt.
Ziel des Bundesumwelt- (BMUKN) sowie des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMLEH) ist es, die Förderung der klimaresilienten Waldbewirtschaftung mit Hilfe des Programms auf mindestens zwei Millionen Hektar auszuweiten. Private und kommunale Waldbesitzende können ab dem 01.10.2026 wieder Erstanträge für eine Förderung ab dem 01.01.2027 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) stellen.
Klimastabile Wälder helfen uns nicht nur als natürliche Wasser- und Kohlenstoffspeicher. In heißen Sommern, wie wir sie immer häufiger erleben, sind sie eine natürliche Klimaanlage und kühlen auch die Umgebung. Dafür müssen wir unsere Wälder fit machen.
Extreme Hitze, anhaltende Trockenheit und zahlreiche Waldbrände in Europa zeigen deutlich: Der Klimawandel setzt unseren Wäldern weiter zu. Zeitgleich zur Ankündigung der weiteren Förderung im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) starten in diesen Tagen auch die Deutschen Waldtage 2026 unter dem Motto „Wald und Wirtschaft“.
Anlass genug, die Bedeutung klimaresilienter Wälder und Wasserrückhalt in den Fokus zu rücken – für den natürlichen Klimaschutz und die Zukunft der Wälder.
Wasserrückhalt stärkt die Resilienz der Wälder
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass längere Trockenphasen und häufigere Hitzewellen den Wasserhaushalt vieler Wälder zunehmend belasten. Trockene Böden schwächen Bäume, erhöhen ihre Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten und begünstigen die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden. Gleichzeitig sind Waldböden mit ihren unzähligen Kanälen und Hohlräumen ein idealer Wasserspeicher. Ein Hektar naturnaher Laubmischwald kann bis zu drei Millionen Liter Wasser speichern und zurückhalten – und damit auch Siedlungen vor Hochwasser schützen.
Maßnahmen, die den Wasserrückhalt stärken, unterstützen die Wälder dabei, Niederschläge länger in der Landschaft zu halten und den Wasserhaushalt von Waldökosystemen zu stabilisieren. Dazu gehören beispielsweise
- die Wiedervernässung entwässerter Waldstandorte,
- der Erhalt natürlicher Bachläufe sowie
- eine Waldbewirtschaftung, die die Speicherfähigkeit der Waldböden unterstützt.
Solche Maßnahmen erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber den Folgen des Klimawandels, tragen zum Schutz der biologischen Vielfalt bei und stärken die Ökosystemleistungen der Wälder für Mensch und Natur.
Natürlicher Klimaschutz als gemeinsame Aufgabe
Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) stärkt die Bundesregierung natürliche Ökosysteme als wichtige Verbündete im Klimaschutz. Im Wald werden Maßnahmen gefördert, die die Anpassung an den Klimawandel unterstützen, natürliche Prozesse stärken und die vielfältigen Ökosystemleistungen langfristig sichern.
Gleichzeitig verfolgt das Klimaschutzprogramm des Bundesumweltministeriums das Ziel, die Klimaschutzziele Deutschlands zu erreichen und die Widerstandsfähigkeit von Natur und Landschaft gegenüber den Folgen des Klimawandels zu erhöhen. Der Erhalt gesunder und klimaresilienter Wälder ist ein wichtiger Baustein.
Gemeinsam Verantwortung für den Wald übernehmen
Die Deutschen Waldtage machen jedes Jahr auf die vielfältigen Funktionen unserer Wälder aufmerksam. Sie laden dazu ein, die Herausforderungen des Klimawandels und die Chancen des Natürlichen Klimaschutzes stärker in den Blick zu nehmen. Denn nur widerstandsfähige Wälder können auch künftig Kohlenstoff speichern, Wasser zurückhalten, Lebensräume sichern und den Menschen als Erholungsraum dienen.
Das KNK unterstützt Kommunen, Länder, Verbände und weitere Akteur*innen dabei, Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes umzusetzen und die Ziele des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz in die Praxis zu bringen.