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27.02.2026

Fernerkundung als Schlüssel für ein modernes Waldmonitoring

Eine Machbarkeitsstudie für den WBNK zeigt, wie Fernerkundungsdaten für ein modernes Waldmonitoring genutzt werden können.

Die Wälder in Deutschland stehen unter Druck. Klimabedingte Extremereignisse wie Hitze, Dürre, Stürme und Schädlingsbefall verändern vielerorts innerhalb kurzer Zeit ganze Bestände. Eine aktuelle Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Fernerkundungsdaten im Waldmonitoring im Auftrag des Wissenschaftlichen Beirats für Natürlichen Klimaschutz (WBNK) zeigt, wie Fernerkundung das bestehende Waldmonitoring entscheidend stärken kann: durch häufigere, flächendeckende und besser verknüpfte Datenerhebungen.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere Satellitendaten geeignet sind, Veränderungen des Waldzustands zeitnah zu erfassen. Sie ermöglichen Aussagen zu Struktur, Vitalität und Biomasse für das gesamte Bundesgebiet. Werden diese Daten mit bestehenden Inventuren und Erhebungen vor Ort kombiniert, entsteht ein deutlich leistungsfähigeres Beobachtungssystem.

Professor Pierre Ibisch, Mitglied des WBNK, stellt fest: Angesichts der Dynamik klimabedingter Veränderungen reiche es nicht mehr aus, sich ausschließlich auf punktuelle Erhebungen in mehrjährigen Abständen zu stützen. Ein integrierter Ansatz könne helfen, Entwicklungen früher zu erkennen und forstliche Maßnahmen gezielter auszurichten.

Bestehende Strukturen ausbauen

Deutschland verfügt bereits über etablierte Monitoringinstrumente wie die Bundeswaldinventur  sowie regelmäßige Wald- und Bodenzustandserhebungen. Wenn es um kurzfristige Schadensereignisse oder kleinräumige Veränderungen geht, sind sie in ihrer Aussagefähigkeit jedoch begrenzt.

Eine moderne Fernerkundung kann diese Lücke schließen. Satelliten-, Drohnen- und Luftbilddaten können große Flächen in hoher Wiederholungsrate darstellen und ermöglichen so eine kontinuierlichere Beobachtung. Viele entsprechende Datenquellen sind bereits vorhanden und teilweise frei zugänglich. Bislang werden sie jedoch noch nicht systematisch in das nationale Monitoring integriert.

Daten verknüpfen und zugänglich machen

Die Studie empfiehlt, unterschiedliche Datenquellen stärker zusammenzuführen. Voraussetzung dafür ist eine bessere Harmonisierung von Datenformaten, räumlichen Auflösungen und zeitlichen Intervallen. Moderne Analyseverfahren, einschließlich KI-gestützter Methoden, können dabei helfen, komplexe Datensätze effizient auszuwerten.

Ebenso wichtig ist ein verbesserter Zugang zu vorliegenden Datenbeständen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Forschungseinrichtungen und Praktiker*innen würde die Aussagekraft des Monitorings erhöhen und zugleich die Grundlage für passgenauere Förder- und Steuerungsinstrumente schaffen.

Der WBNK spricht sich daher für ein deutschlandweit koordiniertes, fernerkundungsbasiertes Waldmonitoring aus, welches die bodengestützten Verfahren gezielt ergänzt. Die technischen Möglichkeiten seien vorhanden und sollten strategisch genutzt werden, um Wälder wirksamer zu schützen und an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.

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