Hintergrundpapier zum Natürlichen Klimaschutz veröffentlicht: Wie intakte Ökosysteme Klimaschutz, Biodiversität und Klimaanpassung unterstützen
Copyright: ZUG
Das erste Hintergrundpapier des Kompetenzzentrums Natürlicher Klimaschutz (KNK) gibt einen kompakten Überblick darüber, wie intakte Ökosysteme zum Klimaschutz beitragen, warum sie zunehmend unter Druck stehen und welche Rolle ihre Wiederherstellung für das Erreichen der deutschen Klimaziele spielt. Anschauliche Diagramme und Infografiken verdeutlichen die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Landnutzungssektor, den Kohlenstoffkreislauf als Grundlage für den Natürlichen Klimaschutz sowie die Leistungen unterschiedlicher Ökosysteme.
Im Fokus steht die Bedeutung von Mooren, Wäldern, Böden sowie Auen und Gewässern als natürliche Kohlenstoffsenken. Diese Ökosysteme können große Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden und langfristig speichern – allerdings nur, solange ihre natürlichen Funktionen erhalten bleiben. Intensive Landnutzung und die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen diese Leistungen zunehmend.
Das Papier erklärt zudem, wie bedeutsam der Zustand der Ökosysteme für die deutsche Klimapolitik ist. Dabei kommt dem LULUCF-Sektor eine zentrale Rolle zu, da er die Treibhausgasemissionen im Bereich Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft bilanziert. Er ist der einzige Sektor, der das Potenzial hat, netto mehr Treibhausgase aus der Atmosphäre aufzunehmen als abzugeben.
Anhand ausgewählter Beispiele – darunter nachhaltige Waldbewirtschaftung, Wiedervernässung von Mooren und die Wiederherstellung von Auen – wird aufgezeigt, wie Natürlicher Klimaschutz gleichzeitig Klimaschutz, Biodiversität und Klimaanpassung unterstützt. Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes können beispielsweise helfen, die Resilienz von Landschaften zu stärken und Risiken wie Hochwasser oder Trockenheit abzumildern.
Abschließend ordnet das Dokument den Natürlichen Klimaschutz als unverzichtbaren Baustein der deutschen Klimapolitik ein. Um die im Klimaschutzgesetz verankerten Ziele zu erreichen, sind der Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen ebenso notwendig wie eine deutliche Reduktion der Emissionen in anderen Sektoren. Das Papier betont die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels hin zu multifunktionalen, resilienten Landschaften sowie einer koordinierten Zusammenarbeit über alle politischen Ebenen hinweg.
Das Hintergrundpapier dient als Fachinformation für Akteur*innen des Natürlichen Klimaschutzes, wie Kommunen, Landes- und Bundesbehörden, Naturschutzorganisationen, Forschungseinrichtungen sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Es bietet eine Grundlage für weiterführende Diskussionen rund um Förderrichtlinien, Maßnahmenprogramme und strategische Ansätze im Natürlichen Klimaschutz.