ANK-Projekt des Monats: Entsiegelung und Renaturierung in Ballenstedt
Copyright: Steffen Reuß/Stadt Ballenstedt
Aus Beton, Asphalt und Asbest wird eine Naturoase. Die Stadt Ballenstedt in Sachsen-Anhalt entsiegelt und renaturiert die rund 2.000 Quadratmeter des Garagenkomplexes „Kaufberg/Hirschteich“.
Das Gelände war geprägt von Garagen aus DDR-Zeiten, die zunehmend verfielen und immer wieder zweckentfremdet wurden. Illegale Müllentsorgung stellte ebenfalls ein Problem dar. Parallel eroberte sich die Natur die versiegelten Flächen bereits stellenweise zurück – ein Prozess, der nun gezielt unterstützt und weitergeführt wird.
Im Mittelpunkt des Projekts aus dem ANK-Handlungsfeld „Natürlicher Klimaschutz auf Siedlungs- und Verkehrsflächen“ stand die Entsiegelung. Die Asphalt- und Betondecken wurden entfernt und das mit Asbest belastete Material fachgerecht entsorgt. Ziel war es, auf dem Gelände die natürlichen Bodenverhältnisse soweit wie möglich wiederzustellen.
Nach Abschluss der Entsiegelungsmaßnahmen wurde die Fläche neu bepflanzt. Dabei legte die Stadt Ballenstedt großen Wert auf die Auswahl einheimischer, regionaltypischer Baum- und Straucharten, die sich unmittelbar in die Umgebung einfügen. Ausgewählt wurden unter anderem Feldahorn, Weißbuchen oder Sommer- und Winterlinden. Insgesamt pflanzte das Projektteam 46 Bäume und 15 Sträucher. So entstand nicht nur neuer Lebensraum für weitere Pflanzen und Tiere, die Fläche leistet auch einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz. Nun besteht die weitere Aufgabe darin, das Areal kontinuierlich zu kontrollieren und zu pflegen. Die Anwuchs- und Erhaltungspflege muss mindestens für die kommenden fünf Jahre sichergestellt werden.
Besonders erfreulich ist die positive Resonanz der Menschen vor Ort auf das Entsiegelungsprojekt. Viele Bewohner*innen loben die Aufwertung des gesamten Areals und möchten sich mit Vorschlägen zur weiteren Gestaltung einbringen. Unter anderem soll in Zusammenarbeit mit einem lokalen Unternehmen eine Sitzbank aufgestellt werden, damit dieser Ort zukünftig zum Verweilen einlädt. Das Projekt zeigt, wie Umweltentlastung, Förderung der Biodiversität und ein Mehrwert für die Bevölkerung vor Ort gleichermaßen gestaltet werden können.